KWB 39: Bismarck, Auftritt als Künstler
Verlag der Buchhandlung Walther König
3/2010
BISMARCK, BEATRICE VON.
Auftritt als Künstler - Funktionen eines Mythos. Kunstwissenschaftliche Bibliothek, Bd. 39. Köln 2010. 272 S. mit 103 Abb., brosch.
Bestell-Nr: 1423396
ISBN: 978-3-86560-517-7
EUR 48,00
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Für die Vorstellung vom Künstler zeichnet sich nach 1960 eine deutliche Verschiebung ab. Kennzeichnend dafür ist, dass sie die vielseitigen Neuerungen ästhetischer Praxis in Rechnung stellt, zugleich aber auch alte, der Tradition verpflichtete Aspekte des Künstlerbildes reaktiviert. Nur auf den ersten Blick scheint es paradox, dass die Erweiterung des Kunstbegriffs und die Entgrenzung der Orte der Kunst Hand in Hand gehen mit einem Rückgriff auf legendenhafte Anteile des Künstlerbilds. Denn bewusster und offensiver als dies in der Moderne der Fall war, geht die Kunst der letzten 40 Jahre von Vito Acconci bis Mike Kelley, von Daniel Buren bis Renée Green, von Lynda Benglis, Gilbert & George, Bruce Nauman oder Martha Rosler bis Elke Krystufek, - mit überlieferten, mythisch behafteten Konzeptionen von Künstlerschaft um. Mythische Topoi erweisen sich dabei als aktiv einsatzfähige und gestaltbare Aspekte kultureller Praxis. In die Frage Was ist ein Künstler nach 1960 spielen immer auch die Überlegungen hinein, was Künstler/innen sein könnten.
Für die Vorstellung vom Künstler zeichnet sich nach 1960 eine deutliche Verschiebung ab. Kennzeichnend für sie ist, dass sie dievielseitigen Neuerungen ästhetischer Praxis in Rechnung stellt, zugleich aber auch alte, der Tradition verpflichtete Aspekte des Künstlerbildes remobilisiert. Nur auf den ersten Blick erscheint paradox, daß die Erweiterung des Kunstbegriffs und dieEntgrenzung der Orte der Kunst Hand in Hand mit einem Rückgriff auf legendenhafte Anteile des Künstlerbilds geht. Denn bewußter und offensiver als dies in der Moderne der Fall war geht die Kunst der letzten 40 Jahre - von Vito Acconci bis Mike Kelley, von Daniel Burenbis Renée Green, von Lynda Benglis, Gilbert & George, Bruce Nauman oder Martha Rosler bis Elke Krystufek, - mit überlieferten, mythisch behafteten Konzeptionen von Künstlerschaft um. MythischeTopoi erweisen sich dabei als aktiv einsatzfähige und gestaltbare Aspekte kultureller Praxis. In die Frage "Was ist ein Künstler" nach 1960 spielen immer auch die Überlegungen hinein, was Künstler sein könnten. *****
After 1960, the notion of the artist clearly shifted. It is characterizedby taking into account the varied innovations of aesthetical practicewhile at the same time reactivating old aspects of the artists imageobliged to tradition. Only upon first sight does it seem paradoxical that the expansion of the concept of art and the delimitation of the venuesof art go hand in hand with a return to the legendary components in the image of the artist. For the art of the past 40 years treats the traditional, mythical conceptions of artistry in a much more consciousand aggressive way than was the case in Modernism.
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