Ästhetischer und kunstwissenschaftlicher Gegenstand

Ein Beitrag zur Methodologie der Kunstgeschichte


Edgar Wind

11/2011
WIND, EDGAR.

Ästhetischer und kunstwissenschaftlicher Gegenstand. Ein Beitrag zur Methodologie der Kunstgeschichte. Hrsg. von Pablo Schneider. Hamburg 2011. 383 S., Ppbd.


Bestell-Nr: 1442005

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Edgar Wind, 1900 in Berlin geboren, 1971 in London gestorben, war wie Cassirer, Panofsky und Gombrich ein Kunsthistoriker der Warburg-Schule. 1933 spielte er eine Hauptrolle bei der Rettung der Bibliothek Warburg ins Londoner Exil und gehörte zu den Gründern und Mitarbeitern des dortigen Warburg Institute.

Im Jahre 1922 reichte der Philosoph und Kunsthistoriker Edgar Wind (1900-1971) die Schrift "Aesthetischer und kunstwissenschaftlicher Gegenstand. Ein Beitrag zur Methodologie der Kunstgeschichte" an der Hamburger Universität ein und wurde von Erwin Panofsky und Ernst Cassirer promoviert. Bedingt durch die Inflation der zwanziger Jahre musste Wind nur ein Kondensat der Arbeit veröffentlichen und erhielt 1924 die Promotionsurkunde. Der umfangreiche Urtext wurde nie publiziert. Im Kern analysiert Wind das Verhältnis ästhetischer Annäherung und theoretischer Fassung von Werken der Kunst als methodische Problemstellung. Doch spielt er beide Positionen keineswegs gegeneinander aus, wie es zeitbedingt nicht untypisch gewesen wäre. Ihm war vielmehr daran gelegen, die Zuständigkeiten einer konkreten Kunstwissenschaft zu bestimmen und die »Einheit von individueller und werthafter Bedeutsamkeit theoretisch aufzuweisen«, wie Erwin Panofsky in seinem Gutachten vermerkt. Denn Wind beschrieb die methodische Umwandlung des kunstästhetischen Gegenstandes in einen kunstwissenschaftlichen, ohne den beiden Herangehensweisen ihre Bedeutung abzusprechen. Er betonte vielmehr ihre eigenständige Gewichtung und verband sie in der Analyse. In diesem Gedankengang ist die Schrift ungebrochen aktuell, denn das wissende Auge sieht mehr. Die immer noch überaus lesenswerte Arbeit wird nun als zweiter Band einer Edgar-Wind-Edition erstmals publiziert.

"Dass eine Doktorarbeit mit neunundachtzig Jahren Verspätung publiziert wird, kommt selten vor. Doch im Falle der Dissertation des Kunsthistorikers und Philosophen Edgar Wind ist dies unlängst geschehen. Sein Typoskript mit dem Titel "Ästhetischer und kunstwissenschaftlicher Gegenstand. Ein Beitrag zur Methodologie der Kunstgeschichte" wurde 1922 an der Universität Hamburg eingereicht und von Erwin Panofsky und Ernst Cassirer übereinstimmend mit dem Prädikat "mit Auszeichnung" benotet. Doch eine Publikation kam aus verschiedenen Gründen nicht zustande, bis der Text im Herbst 2011, vierzig Jahre nach dem Tod des Autors, nun doch noch erschienen ist." Karlheinz Lüdeking in der FAZ

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