Bild - Macht - Schrift
Schriftkulturen in bildkritischer Perspektive
10/2011
BILD - MACHT - SCHRIFT. Schriftkulturen in bildkritischer Perspektive. Hrsg. von Antonio Loprieno, Carsten Knigge Salis & Birigt Mersmann. Weilerswist 2011. 318 S. mit 46 Abb., Bibliographie, Ppbd.
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Aus dem Inhalt:
i. Schriftikonizität: Schriftsystemische Grundlegungen
Antonio Loprieno, Vom Schriftbild
Christian Stetter, Ideographie und Alphabetschrift
Helmut Glück, Überlegungen zur Struktur von Schriftsystemen und graphischem Ikonismus
Vítezslav Horák, Hybridzeichen
ii. bildmacht schrift: Hieroglyphisches Schriftsystem und altorientalische Schriftkultur
Tom Hare, Towards a Rhetoric of the Logograph
Carsten Knigge Salis, Überlegungen zum Verhältnis von Ideogramm und Determinativ im ägyptisch-hieroglyphischen Schriftsystem
Ludwig D. Morenz, Phonozentrische Vereinseitigung und zugleich (!) ikonisches 'Rezidiv'iii. Schrift und Graphismus: Bildmediale Aspekte der chinesischen und koreanischen Schriftkultur
Sung Do Kim, The Iconicity of Korean Writing
Birgit Mersmann, Schriftzeichen-Bilder
Mathias Obert, Tanzende Schrift
iv. Europäische Trans-Skriptionen. Historische dimensionen einer Geheim- und universalschriftlichen Ikonik
Markus Messling, Schrifttheorie als Zivilisationstheorie
Gertrud Rösch, Von der magischen Schreibkunst zur Kryptographie
Maximilian Bergengruen, Die Geheimschrift und das Geheimnis der Schrift
Bild macht Schrift - Bildmacht Schrift. Wie viel Bildlichkeit steckt noch oder nicht mehr in der Schrift? Um dies herauszufinden, ist eine Schriftkritik als Bildkritik gefordert, die ihr Augenmerk nicht nur auf die ikonischen wie anikonischen Dimensionen des Schriftsystems selbst, sondern auch auf die historischen, soziologischen und anthropologischen Rahmenbedingungen der involvierten Schriftkulturen richtet. Ein Schriftsystem kann infolge historischer Entwicklungen oder aber aufgrund bewusster Entscheidungen möglicherweise alles Ikonische verloren haben, doch können Spuren seiner Ikonizität durch eine Einbeziehung der zugehörigen Schriftkultur rekonstruiert werden. Unter der Prämisse einer Schriftkritik als Bildkritik werden die vielschichtigen Facetten ikonischer Schriftprinzipien und -funktionsweisen neu ausdifferenziert - und damit langlebige Vor- und Werturteile beseitigt, die nicht zuletzt dem Nachwirken der Literalitäts-/ Oralitäts-Debatte mit ihrem stark evolutions- und mediengeschichtlich fixierten Blick auf Literalität als Schriftbefähigung und Schriftmacht einer Kultur geschuldet sind.
Der Band versammelt Beiträge von Schrift- und Sprachforschern zu verschiedenen Schriftkulturen, darunter der alphabetischen, altorientalisch-hieroglyphischen, chinesischen und koreanischen, um die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Schrift(zeichen)system und Schriftkultur in bildkritischer und interkultureller Perspektive neu zu erschließen.
In der vorliegenden Aufsatzsammlung werden schriftphilosophische, schriftwissenschaftliche und kulturhistorische Denkansätze in einem bildkritischen Diskurs zusammengeführt, um die vielschichtigen linguistischen, (medien-)ästhetischen, anthropologischen, soziologischen und machtpolitischen Facetten ikonischer Schriftprinzipien und -funktionsweisen herauszuarbeiten.
Titel zum Thema:
Kulturforschung Medientheorie Schrift Theorie-Schrift