Groys: 100 Notes - 100 Thoughts 046
Google: Worte jenseits der Grammatik
12/2011
GROYS, BORIS.
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Boris Groys wurde 1947 in Ostberlin geboren und ist aufgewachsen in der UdSSR, wo er an verschiedenen wissenschaftlichen Instituten in Leningrad und Moskau arbeitete. Seit 1981 ist er in Deutschland und seit 1994 Professor für Kunstwissenschaft, Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.
In einer Zeit, in der der Austausch mit der Welt meist über das Internet erfolgt, wird dieser vorwiegend durch Vorgaben und Formate der Suchmaschine Google reguliert, die für den Philosophen und Medientheoretiker Boris Groys damit die traditionelle Rolle der Philosophie und Religion eingenommen hat. Philosophische Vorläufer für das Auflösen von Diskursen, die Emanzipation der Wörter von grammatikalischen Strukturen und damit ihre Gleichstellung, wie es von der "philosophischen Maschine" Google betrieben wird, reichen von Platon über den Strukturalismus de Saussures bis zur Dekonstruktion Derridas. Eine weitere Entsprechung findet die Entstehung kontextbefreiter Wortwolken in der Avantgarde-Kunst des 20. Jahrhundert, speziell der Konzeptkunst der 1960er und 70er Jahre. Als eine der Folgen der radikalen Befreiung der Wörter benennt Groys den "Kampf um den Zugang zur Wahrheit als solcher verstanden als die Gesamtsumme aller materiell existierenden Kontexte. Er ist ein Kampf um das utopische Ideal des freien Informationsflusses der freien Wanderschaft befreiter Wörter durch die Gesamtheit des gesellschaftlichen Raums".
Der Philosoph, Kunstkritiker und Medientheoretiker Boris Groys (geb.1947) ist Global Distinguished Professor an der Faculty of Arts and Science der New York University.
Titel zum Thema:
Documenta 13 Kassel Google Groys, Boris Theorie Autoren Zk-Documenta