Bd. 06: Vorher / Nachher

Spiele für das Vor- und nachdenkliche Auge


Peter Jenny

10/2007
JENNY, PETER.

Vorher-Nachher. Spiele für das Vor- und nachdenkliche Auge. Mainz 2007. 240 S. mit Abb., brosch.


Bestell-Nr: 1411230

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Peter Jenny ist seit 1969 in der Lehre tätig. 1977 wurde er als Professor für gestalterische Grundlagen an die ETH Zürich berufen. Mit zahlreichen Veröffentlichungen, unter anderem "Bildrezepte" (1966), machte er sich auch über die Schweiz und Europa hinaus einen Namen.

Seit Peter Jenny mit seinen beiden unscheinbaren Bändchen Notizen zur Zeichentechnik und Notizen zum figürlichen Zeichnen bewiesen hat, wie einfach es ist, zeichnen zu lernen, wie viel Spaß es macht, sehend und scribbelnd die Welt zu entdecken, rufen Jenny-Fans spätestens zwei Jahre nach Erscheinen eines Büchleins nach einem neuen. Und Peter Jennys Erfahrungsschatz und Fundus ist grenzenlos. Aus der Arbeit mit geistig Behinderten in Gugging leitete er die Anleitung zum falsch Zeichnen ab. In Zeichnen im Kopf lehrt er, Alltagsgegenstände in ein neues Licht zu rücken, neu zu sehen, und setzt dabei ungeahntes kreatives Potenzial frei. Dann lockt er seine Fans in die Küche, hebt das alte Verbot Mit dem Essen spielt man nicht auf und erschließt die Ästhetik von Nudelnestern, Apfelkernen und Saftpressen. Jetzt kehrt Peter Jenny der ETH Zürich den Rücken und bringt passend das Bändchen Vorher - Nachher. Vielleicht das intensivste der kleinen Jenny-Büchlein. Es erinnert an die lang vergriffenen Bildkonzepte. Wieder stellt er das Gewohnte auf den Kopf und spielt mit Kontrast, Verfremdung, Ausschnitten, aber auch mit Gummihandschuhen, bröckelndem Putz und Sonnenstrahlen. Lieber Peter Jenny, bitte bringen Sie auch als Emeritus mindestens alle zwei Jahre mit einem neuen Bändchen die Augen Ihrer Fans zum Strahlen. Und zum neu Hinsehen!

Würde es ein Buch zur Theorie der Wahrnehmung geben, müßte darin ein Kapitel zu finden sein, daß jedem Menschen zubilligt, daß er Kunst auf der Straße finden kann, sofern sein Auge für die Spielfreude anfällig ist. Kunstschaffende sind Kunstfindende, also Sammler und Jäger. Veränderungen gehören zu diesem Spiel, ebenfalls das Gewohnte auch einmal auf den Kopf zu stellen.

Titel zum Thema:
Ag-Theorie  Alltag  Design / Grafikdesign  Grafikdesign  Typographie  Wahrnehmung
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