Cosmic Communist Constructions Photographed

Dtsch.-Engl.-Franz.


7/2011
CHAUBIN, FRÉDÉRIC.

CCCP - Cosmic Communist Constructions Photographed. Einl. von Frédéric Chaubin. Köln 2011. 4to. 312 S. mit 250 meist farb. ganz- bzw. doppelseit. Abb., Ppbd.- Text in dt., engl. & franz. Sprache.


Bestell-Nr: 1448912

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Die in diesem Band von dem Photographen Frédéric Chaubin präsentierten 90 Bauwerke aus 14 früheren Sowjetrepubliken bringen etwas zum Ausdruck, das er als das vierte Zeitalter der Sowjetarchitektur bezeichnet. Seine poetischen Bilder offenbaren eine unerwartete Wiedergeburt der Imagination, eine unbekannte Blütezeit, die sich zwischen 1970 und 1990 ereignete. Anders als in den 1920er- oder 1930er-Jahren tritt hier indes keine "Schule" oder Hauptströmung hervor. Vielmehr stehen diese Bauten für den chaotischen Impuls durch ein im Niedergang begriffenes System. Und ihre Vielfalt kündet vom Ende der Sowjetunion.

Frédéric Chaubin, geboren 1959 in Phnom Penh als Sohn eines Franzosen und einer Spanierin, ist seit 15 Jahren Chefredakteur des französischen Lifestyle-Magazins Citizen K. Dort veröffentlicht er regelmäßig künstlerische Fotoreportagen.

Ideologische Träume - Die vierte und letzte Ära sowjetischer Architektur
In diesem Band holt der Fotograf Frédéric Chaubin 90 Bauwerke aus der Schlussphase der Sowjetunion aus der Vergessenheit. Die poetischen Bilder aus 14 Teilrepubliken dokumentieren eine letzte Blütezeit der Kreativität in dem untergehenden Reich zwischen 1970 und 1990. Anders als in den zwanziger oder fünfziger Jahren ist hier keine einheitliche "Schule" zu erkennen. Die Bauwerke entstanden vielmehr aus dem chaotischen Impuls des implodierenden Systems. Ihre Vielfalt nimmt das Auseinanderbrechen der Sowjetunion vorweg.
Die Architekten nutzten die Freiräume, die durch das Bröckeln der monolithischen Staatsstruktur entstanden: Sie gingen weit über den Modernismus hinaus und fanden zu den Wurzeln des freien Erfindens zurück. Die Wagemutigsten schufen Projekte, von denen die Konstruktivisten nur träumen konnten (Druschba Sanatorium, Jalta), andere zeigten ihre Fantasie auf expressionistische Weise (Hochzeitspalast, Tiflis). Ein Sommercamp, inspiriert durch Modellskizzen einer Mondbasis, offenbart suprematistische Einflüsse (Prometheus-Jugendlager, Bogatyr). Auch die sprechende Architektur war in den letzten Jahren der UdSSR weit verbreitet: Chaubin fand in Kiew ein Krematorium, das mit Betonflammen verziert war, und ein Forschungsinstitut mit einer abgestürzten fliegenden Untertasse auf dem Dach. In Kaliningrad knipste er ein Politikinstitut, das den Betrachter wie Big Brother zu beobachten scheint (Haus der Sowjets).
Der eklektische Stil-Mix spiegelt die ideologischen Träume jener Zeit wider - von der Weltraumbesessenheit bis zur Neuerfindung der eigenen Identität. Er zeigt auch die ungeheure Weite der UdSSR und wie lokale Entwicklungen manch exotische Wendung nahmen, bevor sie das Ende des Landes herbeiführten.

Titel zum Thema:
Architekturfotografie  Bm-Architektur  Foto-Länder:Rußland  Fotograf - Fotografin  Fotografin ( Fotograf )  Sowjetunion, Kunst; Architektur
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