Leben auf der Grenze
Klischee und Faszination des Zigeunerbildes in Literatur und Kunst
Hans Richard Brittnacher
2/2012
BRITTNACHER, HANS RICHARD.
Leben auf der Grenze. Klischee und Faszination des Zigeunerbildes in Literatur und Kunst. Göttingen 2012. 396 S. mit 95 teils farb. Abb., Bibliographie, Index, Ppbd.
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Hans-Richard Brittnacher ist Professor für Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin.
Seit rund 500 Jahren verbreiten Literatur, Bildende Künste, Musik, aber auch die sogenannte Ziganologie und schließlich auch der Film immer wieder dieselben Klischees über "Zigeuner": Die hexenhafte Wahrsagerin, die schöne Tänzerin oder der Vagabund und Zaubergeiger verkörpern die Vorstellungen von Freiheit und Wildheit, aber auch von archaischem Leben und kreatürlicher Not. Nicht die Lebenswirklichkeit von Sinti und Roma, von Manouches oder Kalderasch dient diesen Konstruktionen als Vorlage, sondern Phantasien der Mehrheit über eine Minderheit, die seit Jahrhunderten ungeprüft abgeschrieben und weitergegeben werden. Die "Zigeuner" im Roman und in der Malerei, in Opern und Operetten, im Fernsehkrimi, im Jugendbuch und der Reiseliteratur erscheinen als Artefakte, die offenbar der Mehrheitsgesellschaft als unverzichtbare negative Orientierungen zur Selbstverständigung dienen.
Ein wichtiger Baustein zu einer Kulturgeschichte des Fremden mit zahlreichen Beispielen aus der europäischen Literatur und Kunst.
Titel zum Thema:
Das Fremde (Motiv In Der Bildenden Kunst/Literatur) Ikono-Roma Roma Und Sinti Sinti Zigeuner Zigeuner (Motiv In Bildenden Kunst) Zigeuner (Motiv In Der Literatur)