Schiele: Ich bin die Vielen
Nachw. v. Peter Sloterdijk
Elisabeth Von Samsonow
1/2010
SCHIELE, EGON - Samsonow, Elisabeth von.
SCHIELE, EGON - Samsonow, Elisabeth. Ich bin die Vielen. Nachw. von Peter Sloterdijk. Wien 2010. XXVI, 186 S. mit 22 teils farb. Abb., brosch.
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Elisabeth von Samsonow, geboren 1956, studierte Philosophie, Theologie und Literaturwissenschaft und lebt als Philosophin und Bildhauerin in Wien. Sie lehrt und forscht über Geheimschriften in der Renaissance, frühe Enzyklopädien, barocke Emblematik sowie Gedächtnisphilosophie.
Elisabeth von Samsonow rollt die Schiele-Forschung neu auf, indem sie die zeitgenössische Bedeutung dieses Künstlers der very first generation of pop zeigt.
In ihrem Versuch der Frage nachzugehen, was Egon Schiele mit der Popgeneration zu tun hat, verwickelt sich die Autorin allmählich in eine Art kybernetische Schleife. Bilder, Theorien, Gedichte, Materialien, neue Archivalien zu Schiele und reale Ereignisse verdichten sich zunehmend bis zu einem Punkt, an dem sich die die Massenbewegungen des 20. Jahrhunderts steuernden Zusammenhänge zu enthüllen beginnen: Ich-Zerfall und Ich-Vervielfältigung, (erotisches und elektronisches) Telekommando und mediale Trance (Kino, Fotografie), Androgynie und Hybridisierung (technisch, spirituell), Expressivität der Kunst und ambient Sex. Elisabeth von Samsonow bettet Egon Schiele in jenen Kontext ein, den er für sich selbst reklamiert hatte, nämlich in die große Bewegung der europäischen Moderne ( Zweite Aufklärung ), die als unvollendet gebliebenes Projekt, das heißt als schwieriges Erbe der 68er Generation zugefallen ist.
"Indem sie Schieles Genie ihrer eigenen Begriffskultur begegnen läßt, verleiht Elisabeth von Samsonow der Altermondialität dieses Künstlerlebens eine Höhe der Artikulation, nach welcher man sich in der übrigen zeitgenössischen Philosophie weitgehend vergeblich umsehen würde." Peter Sloterdijk
Titel zum Thema:
68Er-Generation Künstler 20.Jahrhundert Schiele, Egon