Sound der Revolte
Studien zur Kulturrevolution um 1968
Detlef Siegfried
10/2008
Materialien zur Historischen Jugendforschung
2008. 269 S. m. Abb. 23 cm
EUR 29,95
in den Warenkorb
Aus dem Inhalt: "1968""1968" - eine Kulturrevolution?
1.Die kulturelle Revolution der "langen 60er Jahre"2.Was ist der Stellenwert von "1968" in den "langen 60er Jahren"?
3.Um 1970. Nebenfolgen von "1968"4.Fazit
Was war "1968"? Globale Jugendrebellion, generationeller
Wandel und postindustrielle Gesellschaft
1."absolute beginners". Juvenalisierungstendenzen in den westlichen Gesellschaften
2.Soziale Durchmischung und Individualisierung
3."Trau keinem über 30"? Generationsbeziehungen
4.Autoritätsverfall und Provokationskultur in Umbruchgesellschaften
5.Rebellion der Jugend?
Sound der Revolte. Konsumkultur und alternativer Alltag
1.Musik
2.Wohnung und Unterhaltungselektronik
3.Kleidung, Haartracht, Körperlichkeit
4.Reisen
5.Drogen
6.Fazit
Klänge, Bilder
Starschnitt. Die Bildersprache der Bravo
1.Sound and Vision. Der Einzug der Massenmedien in den privaten Raum
2.Primat des Körpers. Der Star als Pin-up
3.Leerstellen der trivialen Bilderwelt. Eigensinnige Rezeption
4.Quellen und Literatur
Stars der Revolte. Die Kommune 1
1."Ein Gespenst geht um in Deutschland": Die "subversive Medienarbeit" der Kommune 1
2.Kollektivität und Personalisierung: Teufel und Langhans als Ikonen der Kommune 1
3.Kritik von links: "privater Exhibitionismus" und "falsche Unmittelbarkeit"4.Fazit
Authentisch schwarz. Blues um 1970
1.Demonstrativer Antirassismus und seine Mehrdeutigkeiten
2.Von der Ethnologie zur Aktion: "schwarzer Blues" und "weißer Blues"3.Wie aus Weißen "Neger" wurden
4.Blues als revolutionäre Musik für weiße Oppositionelle
5.Fazit
Linker Hedonismus
Counterculture, Kulturindustrie und linke Szene 1958-1973
1.Massenkultur, Individuum und subkulturelle Szenen
2."Revolutionäre des modernen Daseins". Antikonsumismus und Politik bei den Gammlern
3.1968. Der Durchbruch der Gegenkultur
4."Befreite Zonen". Revolutionärer Alltag in der kapitalistischen Gesellschaft
5.Pop und Politik in der Konsumgesellschaft
Ästhetik des Andersseins. Subkulturen zwischen Hedonismus und Militanz 1965-1970
1."Werdet wild und tut schöne Sachen!" Gammler und die Radikalität der Bedürfnisse
2.Steckenpferd und Pyrotechnik. Provokation durch Ironie und Militanz
Dr. Detlef Siegfried ist Associate Professor für Neuere Deutsche Geschichte und Kulturgeschichte an der Universität Kopenhagen und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg.
Der Umbruch der späten 1960er Jahre war mehr als eine politische Revolte oder die Vorgeschichte der Rote Armee Fraktion. Vielmehr ist er eingebettet in einen langen Zeitraum des Wandels, der sich von etwa 1958 bis 1973 erstreckte und die ganze Gesellschaft erfasste."1968"war ein besonders spektakulärer Teil eines länger andauernden internationalen Umbruchs, der eine spezifisch westdeutsche Ausprägung erhielt und gleichzeitig von der Bundesrepublik aus auf andere europäische Länder ausstrahlte.
Die in diesem Buch versammelten Aufsätze nehmen die Sphären der Kultur und der Politik gleichermaßen in den Blick und beleuchten aus unterschiedlichen Perspektiven"1968"als Kulturrevolution.
Die Kernthese lautet: Entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil bewirkte der Massenkonsum in den 1960er Jahren nicht eine Entpolitisierung der Gesellschaft, sondern er flankierte und unterstützte das wachsende Interesse an Politik und die Bereitschaft zu politischem Engagement auf den Ebenen der Lebensweise und des Alltags.
Titel zum Thema:
1968 68Er-Bewegungen 68Er-Generation Deutsche Geschichte / 20. Jahrhundert Geschichte / Kulturgeschichte Kulturgeschichte